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Jazz aus drei Kontinenten und zwei Jahrhunderten

Vom swingenden Kammermusik-Quartett

Am Sonntag, den 15. April 2018 veranstaltet der Lions Club Hochheim-Flörsheim sein achtes Flörsheimer Benefizkonzert, erstmals in der Aula des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in der Bürgermeister-Lauck-Straße 24.

Auf eine musikalische Reise über Kontinente und Epochen hinweg begaben sich am vergangenen Sonntag die Gäste des Lions Clubs Hochheim-Flörsheim, angeführt von den „Echoes of Swing“ und der Bigband des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums.

Jazzklassiker und unvergessliche Melodien präsentieren zum Auftakt 36 junge Musiker des Flörsheimer Gymnasiums unter der Leitung ihres hochengagierten Musiklehrers Bernhard Frank.

Angefangen mit dem „Basin Street Blues“ von Spencer Williams, welcher bereits von Größen wie Glen Miller, Louis Armstrong und Ella Fitzgerald interpretiert worden war, über das vor allem durch Doris Day unvergessliche „When I fall in love“ hin zu Gerald Marks‘ „All of me“ ging die musikalische Reise. Dass die in Vollbesetzung 50 Schüler umfassende Bigband nicht nur ihre Instrumente beherrscht, sondern auch stimmlich Maßstäbe zu setzen weiß, bewiesen die Gesangs-Solistinnen Monika Meier und Lenya Rohd.

Die dann folgende kurze Umbaupause nutzte der amtierende Lions-Präsident Olaf Lassalle für die Begrüßung der Gäste. Ihm war es ein besonderes Anliegen, nicht nur den persönlich anwesenden Schirmherr der Veranstaltung, den Flörsheimer Bürgermeister Michael Antenbrink zu begrüßen, sondern auch mit Klaus Hartwich den Schulleiter des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums vorzustellen, durch dessen Engagement der Lions Club erstmals in der Schulaula konzertieren konnte. Die hierdurch gesparte Saalmiete für die Flörsheimer Stadthalle ermöglicht so einen deutlich höheren Ertrag aus dem Benefizkonzert – Geld, das lokalen Einrichtungen wie den Flörsheimer und Hochheimer Feuerwehren, Kinder- und Jugendprojekten der beiden Städte oder dem Antoniushaus zu Gute kommen wird.

Dass dieser Umzug der Akustik im Saal keinesfalls abträglich war, bewiesen sodann die „Echoes of Swing“. Diese vierköpfige Jazz-Combo nahm die Gäste mit auf ihre musikalische Reise über Regionen und Epochen hinweg. Der Wechsel von Bossa Nova Südsee-Klängen („The Fiji Hula Bula) zu „Gan Hyem (Going Home)“  aus Nordengland trug ebenso zu einem abwechslungsreichen wie kurzweiligen Konzertgenuss bei wie die Zeitreise durch Jazz-Epochen und –Stile.

Domenico Modugnos swingendes „Volare“ von 1958, Nat Adderley’s „The old country“ von 1990, Scot Joblines „The ragtime dance“ (1902/1906) und Duke Ellington’s Ballade „On a turquoise cloud“ aus den 1940er Jahren sind nur einige Beispiele dieser umfassenden Zeitreise.

Oftmals sind es aber nicht die Gassenhauer der weltbekannten Komponisten, welche die „Echoes of Swing“ in ihr Repertoire aufgenommen haben, sondern die weniger bekannten Titel. Eben solche Titel, die erst durch die Interpretation und Aufführung der „Echoes of swing“ noch zu Weltruhm kommen werden, wie Frontmann Chris Hopkins in einer seiner zahlreichen Anmoderationen augenzwinkernd zum Besten gab.

Dabei sind die „Echoes of Swing“ mit ihren vier Musikern – Bernd Lhotzky (Piano), Chris Hopkins (Alt-Saxophon), Colin T. Dawson (Trompete & Vocals) sowie Oliver Mewes (Drums) selbst vielseitig aufgestellt. Zahlreiche Eigenkompositionen von Chris Hopkins tragen das Programm, aber auch „Gan Hyem“ des aus Nordengland stammenden Trompeters Colin T.Dawsons oder die Werke des deutsch-französischen Pianisten Bernd Lhotzky. Aus seiner Feder stammt eine freie Interpretation und Variation von „Over the rainbow“, das selbstkritisch das Musikerdasein reflektierende „Das Wrack der guten Hoffnung“ sowie „Wohin?“, welches auf Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ basiert.

Als „swingendes Kammermusik-Quartett“, „vor denen auch kein Klassiker sicher ist“ beschreibt der Amerikaner Chris Hopkins den breiten und sich stetig weiter entwickelnden Still seiner Truppe. Diese begann vor zwanzig Jahre einst als Swingband und hat sich seither – nach wie vor in der Ur-Besetzung spielend – stetig weiter entwickelt und neuen Stilen geöffnet.

Mit einer schönen Tradition endete das Konzert, das seinen  Besuchern nicht zuletzt ob solch emotionaler Momente noch lange in Erinnerung bleiben wird: dem gemeinsamen Musizieren der Profis mit den Schülern. Nachdem Chris Hopkins – eigentlich der Saxophonist der Combo - gemeinsam abwechselnd aber über weite Strecken auch vierhändig mit Bernd Lhotzky launig am Piano gespielt und gealbert hatte, stimmten die vier „Echoes of Sing“ langsam in „When the Saints go marchin‘ in“ ein. Dieser vom Gospelsong zum Jazzstandard mutierte Klassiker war das Startsignal für die im Hintergrund wartende Bigband des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums, nochmals einzumarschieren und zum großen Finale ins „Tutti“ mit den Profimusikern auf der Bühne einzustimmen.

Dicht gedrängt auf der Bühne der Schulaula die Bigband der Graf-Stauffenberg-Gymnasiums mit Gesangs-Solistin Monika Meier und Dirigent Bernhard Frank.
 

Englisch-Amerikanische Frontmänner der der „Echoes of Swing“ - Colin T. Dawson (Trompete) und Chris Hopkins (Alt-Saxophon) (v.l.n.r.)
 

Klein aber fein – die vierköpfigen „Echoes of Swing“ wussten durch glasklare Arrangements und musikalische Virtuosität zu überzeugen.

 

Rückblick 2017

Bei strahlendem Sonnenschein veranstaltete der Lions Club Hochheim-Flörsheim am Sonntag, den 30. April 2017 sein siebtes Benefiz-Jazzkonzert in der Flörsheimer Stadthalle. Die Bigband des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums und die Big-Band’82 bestritten das abwechslungsreiche musikalische Programm, welches kaum eine Facette des Jazz ausließ. Rainer Heute, der musikalische Leiter der Big-Band’82, zeigte sich gleich zu Beginn des Konzerts von der nahezu ausverkauften Halle und ihrer herausragenden Akustik begeistert: Ein großes Lob für den veranstaltenden Lions Club und die Stadt Flörsheim das umso höher einzuschätzen ist, mangelt es der Big-Band’82 und Rainer Heute als Mitglied der HR-Big-Band doch kaum an Auftritts- und damit Vergleichsmöglichkeiten für ein solches Kompliment.

Die dreißig-köpfige Bigband des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums

Nach einführenden Worten durch Klaus Zwaack, Mitglied im Konzertausschuss des Lions Clubs Hochheim-Flörsheim, eröffnete die dreißig-köpfige Bigband des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums das Konzert mit „Cantina Band“, bekannt aus Episode IV der „Star Wars“-Serie vom für diese Filmmusik Oscar-prämierten amerikanischen Filmkomponisten John Towner Williams (*1932). Diesem Auftakt im Stile des New-Orleans-Jazz der 20er-Jahre folgte Fusion-Jazz mit „Spain“ von Armando Anthony „Chick“ Corea (*1941), einem der bedeutendsten zeitgenössischen Jazzkomponisten und Gründerväter des Jazzrock. Es folgten das rockige „Mercy mercy“ vom Österreicher Josef Erich „Joe“ Zawinul (1932 – 2007), eher der lateinamerikanisch angehauchte Jazz-Standard „Perfidia“ von Alberto Dominguez das ausgesprochen abwechslungsreiche und kurzweilige Vorprogram der zwölf- bis 18-jährigen Schüler unter der Leitung von Bernhard Frank abschloss.

Mit „When the Saints go marchin‘ in“ übergab die Schüler-Bigband die Bühne an die Big-Band‘82 als Hauptakteure des Abends. Hier ist der Titel traditionell Programm, denn die Schüler marschieren quer durch den Saal, um am Eingang die Akteure des Hauptprogramms in ihre Reihen aufzunehmen.  Gemeinsam wird der Titel nun mit umso gewaltigerem Sound dargeboten, und die abwechselnden Soli der Schüler und der Profis der Big-Band’82 demonstrieren musikalische Eintracht über Generationen hinweg.

Die Big-Band'82

Was nach einer kurzen Umbaupause folgte, war eine Zeitreise durch verschiedenste Jazzstile und -interpretationen, angefangen mit den Instrumentals „Du hast so wunderschöne blaue Augen“ von Willy Berkings (1910-1979), über „No more Blues“ hin zu „Blusen and Blazer“, einer Eigenkomposition von Big-Band’82-Mitglied Torsten Kamps. Dann betrat die stimmgewaltige Astrid Nowotny die Bühne, die mit dem brasilianischen „Agua de Beber“ von Antonio Carlos Jobim (1927-1994) über „Yes that’s my Baby“ des gebürtigen Koblenzers Gustav Gerson „Gus“ Kahn (1984-1941), das amerikanische „Them their eyes“ und „Walking tip toe“ des Belgiers Bert Joris (+1957) bewies, auf zahlreichen Kontinenten textlich und musikalisch zu Hause zu sein.

In der kurzen Pause lud das sonnige Wetter nicht wenige der Jazzfreunde bei Wein und Brezeln ins Freie, ehe die Big-Band’82 sowohl instrumental als auch mit gesanglicher Unterstützung ein wahres musikalisches Feuerwerk abbrannte. Wie im ersten Teil Prof. Frank Maas (Piano) und Jochen Riedel (Trompete) konnten bei den nun folgenden Stücken zahlreiche Musiker ihre solistischen Qualitäten unter Beweis stellen: Der Schlagzeuger Matthias Schwappacher brillierte in „Shiny Stockings“, der Posaunist Thomas Sassenroth gab „My heart belongs to Daddy“ seine ganz persönliche Note und mit Saxophonistin Karin Schäfer wusste auch die einzige Dame des Ensembles in „Warm Valley“ zu überzeugen. Astrid „Shirley Bassey“ Nowotny war einmal mehr in „Big Spender“ ganz in ihrem Element, weitere gesungene Titel folgten mit „Fine Brown Frame“, Michel Legrands Ballade „How do you keep the music playing“ und „Almost like enough“ – auch zum Abschluss präsentierte die Big-Band’82 noch einmal eine rasante Reise durch zahlreiche Jazzstile.

Nach einem derart abwechslungsreichen und virtuos vorgetragenen Programm wurde die Big-Band’82 nicht nur mit Lionswein des Hochheimer Weinguts Rebenhof von Winzer und Club-Mitglied Willi Orth verabschiedet, sondern zudem nicht ohne die  Zugabe in Form des gesungenen Abschieds „I wish you love“ von der Bühne gelassen wurde.

Benefizkonzerte wie das Jazz-Konzert in Flörsheim dienen daher nicht nur der kulturellen Bereicherung der Region, sondern auch als Einnahmequelle für das soziale und kulturelle Engagement des Vereins. Alle Überschüsse aus diesem Konzert kommen stets den sozialen und kulturellen Projekten des Lions-Clubs zugute, Organisationen wie dem Hochheimer Antoniushaus, Projekten an den Hochheimer und Flörsheimer Schulen, den Jugendfeuerwehren der fünf Hochheimer und Flörsheimer Ortsteile sowie der Krebshilfe.